„echte Gefühle“

Es ist billig, aber nicht wertlos!
Es ist direkt und aufrichtig!
Es ist kurz, aber wirkt lange nach!

Im Juni 2007 ist das 99cent theater mit dem Pilotprojekt „echte Gefühle“ gestartet. Dabei handelte es sich um eine Theater-Serie, die jeden 2. Donnerstag um 22 Uhr stattfand. Die einzelnen Folgen dauerten 20 – 30 Minuten.

Der skurril anmutende Plot, in dem eine junge Frau, deren größter Traum es ist Serienkillerin zu werden, auf der Suche nach ihrem ersten Opfer auf einen jungen Mann trifft, der drei Jahre lang nicht seine Wohnung verlassen hat, und vorgibt außerirdisch zu sein, behandelt im Kern nichts anderes, als die Problematik der Begegnung in der heutigen Zeit! Wie können wir jemand anderem begegnen, in einer Zeit, in der wir mit Idealbildern nur so überschüttet werden. Wie können wir noch auf jemand anderes zugehen, wenn wir durch die permanente Individualisierung mit uns selber so sehr beschäftigt sind. In einer Zeit, in der die einfachsten Entscheidungen kompliziert werden, da es keine einheitliche Orientierung mehr gibt und es für jede Situation eine Vielzahl von Optionen gibt. Ein Nährboden für Missverständnisse, enttäuschte Erwartungen, aber auch unerwarteter Annäherungen.

Als Spielort diente die Goldkante, Nachtbar und Clubheim, wo die Vorstellungen inmitten der Zuschauer stattfanden, welche dabei bis auf 50cm oder noch näher an die Darsteller heranrückten. Das Spielgeschehen wurde immer wieder auch auf den Bürgersteig oder die Straße vor der Goldkante ausgedehnt, was durch die großen Schaufenster von den Zuschauern verfolgt werden konnte. Eine weitere Besonderheit an diesem Projekt war, dass neben den beiden angestammten Hauptdarstellern in jeder Folge ein anderer Gastschauspieler aufgetreten ist. Diese haben sich aus anderen Schauspielern, Sängern oder Kellnern aus dem Nachbarlokal rekrutiert. Einmal wurde eine Gastrolle sogar unter den Zuschauern verlost.

Nur über Flyer und Mund zu Mund Propaganda hatte sich innerhalb kürzester Zeit ein fester Zuschauerstamm von durchschnittlich 50 Besuchern pro Folge gebildet, und am Ende sind 19 Folgen zustande gekommen, wobei die 2. Staffel, von Mai bis September 2008 vom Kulturbüro der Stadt Bochum gefördert wurde..