Im Rahmen der BundesBühneBochum (4.-7. November 2010 / Rottstr.5) hat das 99cent theater an einem Tag die Inszenierung „Zahlen, bitte.“ erarbeitet. Probenbeginn war 10 Uhr Morgens, die Premiere fand am selben Tag um 19:30 Uhr statt.

Zahlen, bitte.

Jeden Abend vor dem Schlafen gehen, müssen wir vor uns selber über unser Tagewerk Rechenschaft ablegen. Was haben wir gemacht, und was haben wir gelassen? Haben wir unser bestes gegeben? Haben wir das Leben genossen? Haben wir unsere Mitmenschen geachtet? Haben wir Eier aus Käfighaltung gekauft? Haben wir unser Kaugummi unter einen Tisch geklebt? Haben wir beim Sex an jemand anderen gedacht? Habe ich für meine Ansichten gekämpft? Habe ich die Blumen gegossen? Was habe ich gegen den Imperialismus getan? Habe ich mich selbst verraten? Wie viel CO² habe ich heute verbraucht?
Und egal wie viel wir richtig gemacht und gewonnen haben, wir haben immer auch verloren. Unsere Hoffnungen an diesen Tag und den Tag selbst. Einen Tag unseres Lebens. Unwiderruflich.
Und dann ist da diese Angst vor dem nächsten Tag, und dass es wieder nicht reichen könnte. Vor diesem Tag, der auch ein Neuanfang sein kann, steht die Nacht, bevölkert von Geistern und Alpträumen. Und so viel Licht oder Lärm wir auch machen, die Nacht bleibt dunkel.

Genau so haben wir es auch gemacht. Wir haben einen Tag lang Bilanzen gezogen und alles, was unser Leben betrifft zusammengerechnet. Am Abend haben wir dann vor uns selber und dem Publikum über unser Tagewerk Rechenschaft abgelegt.

Regie: Boris Mercelot
Textmitarbeit: Andreas Browa
Spiel & Texte: Thorsten Eisentraut, Anja Lemke, Meike Misia, Elisa Müller